Samstag, 21. April 2012
University of Botswana
Die University of Botswana (UB) wurde 1982 als erste Hochschule in Botswana gegründet. Zuerst war die Uni Teil der University of Bechuanaland (Botswana), Basotholand (Lesotho) und Swaziland, doch als dieses Bündnis auseinanderfiel wurde die UB unabhängig. Um die Uni über dem Wasser zu halten, war zuerst viel Geld nötig. Alle Bevölkerungsschichten Botswanas spendeten nicht nur Geld sondern auch Rinder, Reis oder Eier. Deshalb wird die UB von allen Leuten als "ihre" Uni betrachtet, auch wenn sie nicht dort studiert haben.
Die Uni hat ca. 15'000 Studenten. Heute hat die UB ein Budget von USD 50 Millionen (Zum Vergleich: die Uni Bern hat ungefähr gleich viele Studenten doch ein Budget von über CHF 700 Millionen). Auf dem Campus gibt es ein 50 Meter Schwimmbecken und das Nationalstadium ist gleich nebenan. Ausserdem ist die Bibliothek eine der grössten in Afrika. Momentan werden viele neue Gebäude gebaut und erweitert, doch wie lange dieser Boom noch anhalten wird, ist fragwürdig. Wahrscheinlich nur solange es noch Diamanten in Botswana gibt.
Donnerstag, 12. April 2012
Kurse
Hier an der University of Botswana besuche vier Kurse, zwei Sprachkurse und zwei Biologiekurse. Ich bin in einem Setswanakurs, wie ich im letzten Eintrag bereits geschrieben habe. Doch leider leider habe ich noch nicht wirklich viel gelernt. Auf jeden Fall ist es aber lustig, denn wir sind nur ca. fünf Personen, die regelmässig gehen. Dann besuche ich einen Französischkurs. Ich brauchte ein Freifach und dachte, es wäre toll mein Französisch ein bisschen aufzufrischen, denn ich habe seit der Matur schon ziemlich viel vergessen. Ich habe zwar alles, das wir hier lernen schon im Gymi gehabt, aber es ist trotzdem gut wieder ein bisschen in die Sprache reinzukommen. Bei den Biologiekursen besuche ich Conservation Biology, das super ist und wo ich sehr viel spannende Dinge lerne. Zusätzlich habe ich Wildlife Biology of Southern Africa. Der Kurstitel tönt extrem spannend, und manchmal ist es auch wirklich interessant. Doch meistens ist es frustrierend und langeweillig, denn der Professor ist ein wenig lahm. Das akademische Niveau ist klar tiefer hier als in Puerto Rico. Doch zum Glück wird mir trotzdem alles annerkannt, dass ich hier mache.
Donnerstag, 5. April 2012
Sprache
Die beiden offiziellen Sprachen Botswanas sind Englisch und Setswana. Dazu werden noch Dutzende andere Sprachen gesprochen von Minderheiten, wie zum Beispiel die Klicksprache der Buschmänner in der Kalahari. Setswana ist die Muttersprache der meisten Menschen. Die junge Generation spricht sehr gut Englisch, doch auf dem Land und bei den älteren Leuten wird oft nur Setswana gesprochen. Setswana ist eine Bantusprache. Ich besuche zwar ein Setswanakurs an der Uni, doch dass ich mich auf Setswana verständigen könnte, wäre eine krasse Übertreibung. Das liegt daran, dass Setswana sehr schwierig ist, nicht zu vergleichen mit irgendeiner europäischen Sprache, und dass alle gleichaltrigen gut Englisch sprechen. Setswana ist aber sehr lustig. Für manche Sachen, die es vor dem Eintreffen der Engländer nicht gab hier, hat es Anglizismen. So heisst Glacé "Aesekhirimi" (Ice cream). Wenn man ein bisschen Setswana versteht, macht auch der Name des Landes sehr viel mehr Sinn. Denn Bo-Tswana heisst "Land der Tswanas." Analog heisst Se-Tswana "Sprache der Tswanas." Dann bin ich aber schon bald am Ende mit meinen Setswanakenntnissen. Dafür ist mein Englisch besser geworden hier.
Samstag, 31. März 2012
Geld
Die Währung Botswanas ist der Pula (BWP). Ein Pula wird in 100 Thebe unterteilt. Ein Schweizer Franken ist ca. 8 Botswanische Pulas wert. Hier sind ein paar Fotos:
Donnerstag, 22. März 2012
Sehr kurze Geschichte Botswanas
Bevor die Europäer kamen, war Botswana von den Tswanas besiedelt, einem sehr friedlichen Bantuvolk. Doch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es immer mehr Konflikt zwischen den südafrikanischen Buren, die am expandieren waren, und den Tswanas. Deshalb baten die drei wichtigsten Stammesführer der Tswanas Grossbritannien, Botswana doch bitte unter den Schutz der Krone zu stellen. Das heutige Botswana wurde somit zum "Protectorate" Bechuanaland von Grossbritannien. Als 1910 Südafrika unabhängig wurde, wollten die Südafrikaner eigentlich Bechuanaland in ihr neues Land inkorporieren, doch die Briten sagten nein. Deshalb blieb Botswana bis in die sechziger Jahr im Besitz Grossbritanniens. 1964 baten die Botswaner die Engländer um die Unabhängigkeit, und die Engländer dachten: "Bitte sehr, kein Problem. Mit diesem gottverlassenen staubigen Fleck Halbwüste können wir sowieso nichts anfangen!" Somit wurde Botswana am 30. September 1966 unabhängig. Es war eines der ärmsten Länder der Welt mit einem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von nur USD 70. Doch Grossbritannien hatte sich verrechnet, denn ein paar Jahre nach der Unabhängigkeit wurden in der gottverlassenen Halbwüste riesige Diamantenvorräte gefunden. Es folgte ein bis heute andauernder Aufschwung, und heutzutage ist Botswana mit einem pro Kopf Bruttoinlandsprodukt von über USD 15000 eines der reichsten Länder Afrikas. Der Lebensstandard ist vergleichbar mit der Türkei oder Mexiko. Dank stabiler Demokratie, wenig Korruption und friedlichen Leuten hat es in Botswana bis jetzt nie Bürgerkriege, Staatsstreiche, Diktaturen, Genozide, Kindersoldaten oder andere bekannte Schlager aus Afrika gegeben. Dafür gibt es sehr viele Kühe.
Samstag, 17. März 2012
Mount Everest Botswanas
Dies ist der höchste Berge Botswanas, Otse Hill (1489 m.ü.M). Ganz Botswana liegt auf einem Binnenhochland, Gaborone ist auf 1000 Meter über Meer. Deshalb ist es möglich, dass dieses kleine Hügelchen so hoch sein kann.
Klima
Botswana hat ein semiarides subtropisches Klima. Der groesste Teil des Landes liegt in der Kalahariwueste. Die Trockenzeit ist von April bis Oktober. Das heisst, seit ich hier bin war Regenzeit, doch es hat praktisch nie geregnet. Wenn es regnet, dann nur kurz. Zusaetzlich ist es immer sehr heiss. Tagsueber ist es praktisch immer ueber 30 Grad. Doch jetzt sind wir im Herbst hier, und langsam werden die Naechte ein bisschen kuehler. Im Winter soll die Temperatur nachts manchmal unter den Gefrierpunkt fallen, das wird fuer mich das erste mal in vier Jahren sein, dass ich Minustemperaturen erlebe!
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